LANCE BUTTERS

Details

Datum:
13.12.18
Einlass:
20:00
Beginn:
21:00
Infos:
-

Veranstaltungsort

Strom
Lindwurmstr. 88
80337 München
+ Google Karte
Telefon:
-
this is a caption


"ANGST" Tour 2018 // Präsentiert von 16Bars.de, Backspin, DIFFUS, JUICE


»›BLAOW‹ war die Wohnung, fu?r euch alles so wie gewohnt / und jetzt sehen sie meinen Keller, er ist

kahl und vermodert«, rappt Lance Butters im Song »Keller« – und macht damit unmissverständlich klar:

Sein zweites Soloalbum »ANGST« fu?hrt den Hörer eine Etage tiefer. Dorthin, wo es kalt, leer, dunkel und

ungemu?tlich ist. An einen Ort, an dem eigentlich keiner sein will. Nicht mal Lance selbst.

Aber was willst du machen, wenn trotz tausendfach verkauften Platten, Platz 2 in den Charts,

ausverkauften Tourneen und all dieser doch relevanten Zahlen einfach alles scheiße ist? Wenn du

deinen eigenen Film fährst und mit jeder EP, jedem Album und jedem Song straight dein Ding

durchziehst und eine lupenreine Legacy vorzuweisen hast? Wenn keiner das wirklich checkt und du

trotzdem nicht oben mitspielst, sondern bis zum Hals in Schulden steckst? Wenn du dich mit

Freunden u?berwirfst? Wenn das, was du mal so geliebt und wofu?r du so gebrannt hast, sich in das genaue

Gegenteil gewandelt? Wenn die letzten sechs Jahre unterm Strich einfach ein Witz waren und du dich

mehr als einmal fragst, wofu?r du den ganzen Scheiß eigentlich noch machst?

Man hört »ANGST« diesen Abfuck und die Verbitterung auf jedem der 14 Songs an. An jeder Zeile,

jedem Wort und jedem Ton. Ja, da sind immer noch die abfälligen Bemerkungen u?ber die Rap-Konkurrenz und

deren peinliches Promo-Gehabe. Die Einfalls- und Identitätslosigkeit und die daraus resultierende

Abziehbildchen-Mentalität der Copy Cats, deren Songs man schon nach wenigen Sekunden anhört, wen sie

gerade wiederum hören, um diese einfältige Erfolgsformel schamlos fu?r ihren eigenen Vorteil zu adaptieren.

Aber das sind nur Randnotizen und im Vorbeigehen gedru?ckte Spru?che; nicht mehr als hämische Halbsätze.

Lance hat keinen Bock mehr auf den »Kuchen«, nicht mal auf einen Teil oder Kru?mel davon. Sollen die

anderen doch ihre kaputten Egos gegeneinander aufbringen. Lance hat damit nichts zu tun und will

das auch gar nicht mehr. Er hat richtige Probleme!

Das Schlimme ist: Man hätte das wissen können. Zwischen all den arroganten Battle-Zeilen schwang

immer schon im Subtext auch eine Ahnung der eigenen Kaputtheit mit – aber was auf »ANGST«

passiert, ist dagegen wirklich schwere Kost.

Schon wenn in »Wake Up Fuck Up« der Biggie-Vocalcut » I know how it feel to wake up fucked up«

u?ber einen reduzierten Beat aus knarzenden Bässen und magenmassierenden Kickdrums poltert,

weiß man, wie Lances everyday struggle gerade aussieht: Handy auf Flugmodus, kiffen, schlafen,

kiffen, Menschen meiden – von Montag bis Sonntag kein Bock und dann wieder von vorne. Negativität als

Zuflucht bis einem alles egal ist.

Nur verständlich, dass daraus Songs wie »So Schön« entstehen – eine resignierte Retrospektive auf

Zeiten, in denen die Realität Lance die Scheiße aus dem Leib gepru?gelt hat. Auch »Mag Sein« ist so

schonungslos ehrlich und persönlich, dass es einem

die Kehle zuschnu?rt, während »Wald« Resignation als letzte Rettung sieht.  Schon mö glich, dass auch

mal etwas Gutes passiert, aber selbst daran findet Lance immer noch einen Fehler – ständig im Clinch

mit seinem größten Feind: sich selbst.

Auch musikalisch ist »ANGST« durch und durch eine du?stere Angelegenheit: Übersteuerte Bässe,

runtergepitchte Pianoläufe und stotternde Snares laufen zu kaltklaustrophobischen Klangcollagen

zusammen. Verantwortlich dafu?r ist Ahzumjot, der das Album in Gänze produziert hat. Dass er und Lance

Butters harmonieren, haben sie vor gut zwei Jahren schon mit ihrer gemeinsamen »Die Welle«-EP

bewiesen.

Aber Ahzumjot fungierte fu?r »ANGST« nicht einfach nur als Produzent und Dienstleister, sondern vor

allem auch als Freund. Wohlgemerkt als einer, der schon da war, bevor daraus auch ein Business

geworden ist. Einer, der zuhört, berät und auch mal sagt, wenn Dinge schieflaufen. Gemeinsam haben

die beiden mit »ANGST« so eine Platte gemacht, die einen anderen Lance zeigt.

Einen, der nicht mehr wie auf »selfish« klingt. Wieso auch? Lance Butters hat noch nie gemacht, was

andere von ihm verlangt haben. Und die Dinge ändern sich nun mal. Warum von Girls, Kush und Cash erzählen,

wenn man das a) auf zig EPs und Alben schon zur Perfektion getrieben hat und b) das eigene Leben

gerade ganz anders aussieht?

»Ich werde nie erzählen, wie ich heiße oder wo ich wohne«, sagt Lance Butters. »Aber ich will die

Maske so weit fallen lassen, dass du immer noch nicht erkennst, wer darunter steckt, aber trotzdem

checkst, dass dahinter jemand ist, der eine Message hat. Ich will Sachen von mir preisgeben, ohne

mich selbst zu verraten. Weil ich denke, dass ich Dinge in mir trage, die viele andere verstehen und

genau so sehen.«

 

Web: http://www.lancebutters.de/

Facebook: https://www.facebook.com/lancebutters

Pressematerial